WBK wird renaturiert


29.09.2016         08:09         vor 419 Tagen

Mit einem symbolischen Spatenstich begannen gestern offiziell die Arbeiten zur Renaturierung des Werdenberger Binnenkanals (WBK) im Abschnitt ARA Buchs bis Ochsensand. Auf einer Länge von zwei Kilometern wird das Gewässer ökologisch aufgewertet.

Es ist ein besonderer Tag für die Beteiligten des Grossprojekts. Mehr als 100 Jahre strömte das Wasser des Werdenberger Binnenkanals durch ein technisch begradigtes Bauwerk. Nun wird sein Flusslauf natürlich gestaltet. «Auf einer Länge von knapp zwei Kilometern werten wir in den nächsten Monaten das Gewässer ökologisch auf», freut sich Beat Tinner, Präsident des Werdenberger Binnenkanal-Unternehmens und ergänzt, «mit dem Projekt erhält das Gerinne seine natürliche, abwechslungsreiche Struktur zurück und schafft dadurch Lebensräume für Fauna und Flora.» Spaziergänger profitieren von einem erweiterten Naherholungsgebiet mit Fusswegen und Grillplätzen. Einen hohen Stellenwert bei der Planung erhielt der Hochwasserschutz, der ursprünglich zum Bau des Kanals führte. Trotz der veränderten Gewässerstruktur bleibt künftig die rasche Ableitung des Wassers gewährleistet. 

Vorzeigeprojekt schon von der Grössenordnung her

Andreas Düring vom Tiefbauamt des Kantons St. Gallen, Sektion Wasserbau, unterstrich die Bedeutung des Projekts: «Dieses Renaturierungsprojekt ist alleine von der Grössenordnung her für den Kanton St. Gallen und die ganze Ostschweiz einmalig. Es wird zu einem Vorzeigeprojekt.» Das neue Bett des Werdenberger Binnenkanals wird wesentlich breiter. Das Gerinne mit Flachwasserzone erhält eine Breite von bis zu 60 Metern. Heute beträgt sie maximal zehn Meter. Somit können sich Auenwaldgebiete bilden, Schilfbereiche ausbreiten und Unterstände für Fische und andere Kleintierlebewesen entstehen. 

Wasser bereits ab Dezember im neuen Bett

Bereits im Dezember soll das Wasser des heute bestehenden Kanals ins neue Gewässerbett umgeleitet werden. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Fischereiverein. Die Herausforderungen während der Bauphase betreffen vor allem den Grundwasserschutz und den Wasserabfluss. Durch die Tiefbauarbeiten ergibt sich eine beachtliche Menge von Aushubmaterial. Dieses wird für die Erstellung eines Lärmschutzdamms in Richtung der Autobahn genutzt. Gemäss Terminplan soll die Renaturierung des Werdenberger Binnenkanals bis Ende Juli 2017 abgeschlossen sein.

Dank breiter Unterstützung ist es möglich das Projekt umzusetzen. Der Bund sowie die Standortgemeinde Buchs, die Ortsgemeinde und Stiftungen haben grosszügige, finanzielle Beiträge gesprochen. Unter ihnen private Träger wie die Stiftung Grünes Golf Gams, der EWZ naturmade star-Fonds und die Stiftung Fürstlicher Kommerzienrat Guido Feger. Mit bedeutenden Beträgen beteiligten sich auch das Werdenberger Binnenkanal Unternehmen und der Fischereiverein Werdenberg. Gemeinsam kann somit ein Vorzeigeprojekt entstehen, von dem Mensch und Natur gleichermassen profitieren.
(Foto: Tagblatt online)

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