Sediment dient der Landwirtschaft


18.03.2016         08:03        

Am Rheintaler Binnenkanal lässt der gleichnamige Zweckverband Sediment abtragen, das jetzt im Balgacher «Engerli» zur Bodenverbesserung aufgetragen wird. Die Zusammenarbeit von Zweckverband und Ortsgemeinde klappt vorbildlich.

Seit Mitte Februar läuft nun am Rheintaler Binnenkanal (RBK) die Sediment-Abtragsarbeiten der dritten Etappe – und die Arbeiten schreiten zügig voran. Es werden von den Gewässerböschungen voraussichtlich mehr als 6000 m3 festes und 7900 m3 loses Sedimentmaterial abgetragen. Die dritte Etappe reicht in Au vom Ende der zweiten Etappe, der Brücke Oberfahr (Binnenkanal-Kilometer 3,69), bis zur Zollbrücke (km 3,0) und in Diepoldsau von der Sternenbrücke (km 6,78) bis zur Rietbrücke/Drei Brücken (km 7,65).

Sinnvoller als Deponierung

Das Sedimentmaterial eignet sich gut für Bodenverbesserungen auf Gleyböden. So hat die Ortsgemeinde Balgach im Flurgebiet Engerli ein bewilligtes Bodenverbesserungs-Projekt ausarbeiten lassen. Eine entsprechende Zusammenarbeit findet statt. Beide Auftraggeber koordinieren die Baustellen, arbeiten eng zusammen und passen sich gegenseitig an. Dies wird vereinfacht, da bei beiden Projekten die A. Buschor AG aus Altstätten die ausführende Firma ist. Die vorgegebenen Zeitfenster sind trotzdem einzuhalten und erschweren die Koordination. Sobald es die Bodenfeuchte zulässt, kann das aus dem Binnenkanal abgebaggerte Sedimentmaterial dem Bodenverbesserungsprojekt zugeführt werden. Dies ist ökologisch und wirtschaftlich weitaus sinnvoller als eine Deponierung des Materials auf einer Halde.

Niederschläge versickern nicht

Die Ortsgemeinde Balgach, vertreten durch Präsident Albert Weder und Feldmeister Reto Oehler, hat das Planungsbüro OePlan GmbH, Balgach, mit der Ausarbeitung des Bodenverbesserungsprojektes und der entsprechenden Ausführungs-Bauleitung beauftragt. Die Zielfläche der Bodenverbesserung befindet sich auf der Parzelle 187 im «Engerli». Auf der Parzelle soll eine Fläche von 2,8 ha nachhaltig verbessert werden. Dazu sollen bis 6000 m³ geeignetes Bodenmaterial vom Rheintaler Binnenkanal auf der Fläche verteilt werden. Die Ausgangslage sieht wie folgt aus: Der Boden auf der Parzelle weist von Natur aus einen hohen Tongehalt auf. Durch die Bewirtschaftung des Bodens ist es zu einer zunehmenden Verdichtung der tonhaltigen Bodenschichten gekommen. Niederschläge können stellenweise nicht mehr versickern, das Wasser bleibt an der Oberfläche stehen. Dies behindert die Bewirtschaftung der Fläche und mindert den landwirtschaftlichen Ertrag.

Besser zu bewirtschaften

Ziel der Bodenverbesserung ist es, die Fläche in Zukunft besser landwirtschaftlich nutzen zu können. Dazu ist eine Verbesserung des Bodenwasser-Haushalts nötig. Durch die Anhebung der Fläche kann die deutlich erkennbare Geländemulde ausgeglichen werden. Der Abstand zum Grundwasser wird erhöht und den Pflanzen steht ein grösserer Bereich des Bodens zur Verfügung, aus dem sie Nährstoffe beziehen können.

Baupisten und Baggermatratzen

In einem ersten Schritt der Umsetzung werden die oberen verdichteten Schichten mit einer Spatenmaschine aufgelockert. Zeitgleich wird die Erschliessung der Fläche mittels Baupisten und Baggermatratzen vorbereitet. Um eine weitere Verdichtung des Bodens zu vermeiden, dürfen sich die Baumaschinen und Lkw nicht auf dem gewachsenen Boden bewegen. Über das so errichtete Netz von Baupisten und Baggermatratzen wird das Material vom Lettenabtrag am Binnenkanal auf die Zielfläche gebracht und dort gleichmässig verteilt. Während der Umsetzungsphase werden sämtliche bodenrelevanten Arbeiten von den Bodenfachpersonen der OePlan GmbH begleitet. Im Rahmen der bodenkundlichen Baubegleitung wird besonders die Bodenfeuchte auf der Zielfläche überwacht. Zudem werden im engen Austausch mit den ausführenden Baufachleuten die Arbeitsabläufe hinsichtlich Bodenschutz optimiert. Nach der Umsetzung soll dem Boden durch schonende Folgebewirtschaftung Zeit für eine natürliche Regeneration gegeben werden.

Auf der Suche nach Material

Nachdem der Boden letztes Wochenende das erste Mal richtig getrocknet war, wurde am Montag mit den Spatarbeiten begonnen. Diese Arbeiten wurden von Marcel Baumgartner aus Kriessern umgesetzt. Gleichzeitig begann die Baufirma Buschor AG mit der Erschliessung der Fläche. Am Donnerstag konnte, aufgrund der guten Bedingungen, das erste Mal Material vom Binnenkanal auf die Fläche gebracht werden.

Da der Lettenabtrag vom Binnenkanal ebenfalls Auflagen, Randbedingungen und Termine einzuhalten hat, wurde bereits einige Wochen zuvor mit den Abtragsarbeiten gestartet. Ziel ist es, mit dem zu Verfügung stehenden Material vom Binnenkanal mindestens die Hälfte der geplanten Bodenverbesserung umzusetzen. Für die zweite Hälfte ist die Ortsgemeinde Balgach auf der Suche nach geeignetem Erdmaterial.

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